Tipp: So dürfen Radler bereits heute bei Rot weiterfahren

Foto: Institut für innovative Städte
Foto: Institut für innovative Städte (2015)

An vielen Knotenpunkten sind Radfahrer in die Signalisierung des KFZ-Verkehrs eingebunden, obwohl für Rechtsabbieger in vielen Fällen objektiv ein freies Rechtsabbiegen möglich und vertretbar ist. Die oben abgebildete Verkehrssituation ist so ein Beispiel aus Nürnberg. Welche Lösungen sind möglich, damit Radfahrer trotz Rotlicht nach rechts abbiegen können und eine als unnötig empfundene Wartezeit vermieden wird?

 

Grundsätzlich sollte bei Neuplanungen der Radverkehr aus der Signalisierung ausgenommen und rechts vorbeigeführt werden (freies Rechtsabbiegen). Eine Beschleunigung kann oft auch durch eine eigene Radverkehrssignalisierung erreicht werden, wie nachstehendes Beispiel aus Berlin zeigt:

 

 

An einer Engstelle für KFZ sorgt diese getrennte Radverkehrssignalisierung dafür, dass eine unnötige Wartezeit für Radler vermieden wird. Foto: Institut für innovative Städte
An einer Engstelle für KFZ sorgt diese getrennte Radverkehrssignalisierung in Berlin dafür, dass eine unnötige Wartezeit für Radler vermieden wird. Foto: Institut für innovative Städte (2016)

Doch auch im Bestand gibt es eine Lösung, die ohne bauliche Eingriffe auskommt. So regelt §37 StVO die Verwendung des Grünpfeils (Zeichen 720) an Lichtzeichenanlagen und schließt nach geltender Auffassung auch Signalgeber ein, die nur für Radfahrer gelten. Erforderlich ist dafür ein eigener Radfahrsignalgeber. In München kommt diese Maßnahme zum Einsatz (Foto nachstehend). Die Stadt verwendet dafür einen regulären Signalgeber von 200 mm Durchmesser und ein herkömmliches Grünpfeilschild von 250x250 mm, das rechts neben dem roten Signalfeld angebracht wird.

 

Foto: Institut für innovative Städte (2016)
Foto: Institut für innovative Städte (2016)

Durch Verwendung des Grünpfeilschildes gilt jedoch auch für Radfahrer, dass sie vor dem Abbiegevorgang anhalten müssen. Gerade im Radverkehr, wo das Fahrrad wieder mit Muskelkraft beschleunigt werden muss, sind daher alle Lösungen zu bevorzugen, die eine Weiterfahrt ohne Stopp möglich machen.

 

Zielführend ist ein eigener Signalgeber für den Radverkehr, der Dauergrün zeigt. Er ist in Deutschland jedoch nur ohne eine querende Furt zulässig (VwV zu §37 StVO).

 

Dieser Praxis-Tipp ist als Fallbeispiel im Handbuch Radverkehr in der Kommune enthalten. An dem Text haben Uwe Petry und Benjamin Schneider vom Planungsbüro VAR mitgewirkt. Vielen Dank!

 

i.n.s. - Institut für innovative Städte, RADar 2/2016

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