Junges Institut mit langer Tradition

Wir schreiben das Jahr 2012, als Thiemo Graf wie so oft im Sattel seines zwölf Jahre alten Drahtesels sitzt und beschließt, dass er etwas tun wird. Stoßstange an Stoßstange reihen sich die Autos im Nürnberger Stadtverkehr wie an einer unsichtbaren Perlenkette aneinander, unendlich langsam und unendlich weit, während Thiemo gemütlich an ihnen vorbeistrampelt. Stau kennt das Radverkehrsnetz der Stadt nicht, natürlich nicht. Gleichwohl ist auch die Fahrt selbst auf dem Mountainbike eher nervig. Die Pedalritter werden durchgeschüttelt, müssen sich auf kombinierten Geh- und Radwegen mit Fußgängern herumschlagen (und umgekehrt) oder wissen nicht, wie sie vom Radfahrstreifen sicher und zügig links abbiegen sollen.

 

Thiemo beobachtet, dass es sich um einen ganz bestimmten Schlag von Menschen handelt, der da auf zwei Rädern unterwegs ist. Die anderen fahren nicht oder nur kürzere Strecken – dort, wo sie sich sicher fühlen und den Weg kennen. „Jedes Fahrrad ist ein Auto weniger.“ Der Nutzen einer Radverkehrspolitik, in der alle Bevölkerungsgruppen das Rad als Verkehrsmittel akzeptieren, liegt auf der Hand.

 

Es ist die Zeit, in der das Hygge-Modell geboren wird. Der Juniorchef von GRAF & PARTNER, einem familiengeführten Beratungs- und Trainingsinstitut für Unternehmen und Kommunen (Gründung 1988), beginnt systematisch zu untersuchen, was Menschen davon abhält sich in den Sattel zu schwingen. Er führt Gespräche mit mehreren hundert Menschen - Alltagsradlern, Gelegenheitsfahrern, Nichtfahrern -, reist nach Kopenhagen, in die Niederlande und in andere Best-Practice-Städte, baut Kontakte zu Fachleuten auf, wälzt Fachliteratur, trägt den aktuellen Forschungsstand zusammen und macht vor allem den Selbstversuch. Er integriert das Fahrrad immer mehr in seinen Alltag und analysiert, wie das Fahrrad für die breite Bevölkerung auch dann zu einer echten Alternative werden kann, wenn es regnet, der Wocheneinkauf zu erledigen ist oder die Kinder in die KiTa gebracht werden sollen. Der Schlüssel: Die Berücksichtigung der psychologischen Aspekte und unbewussten Prozesse, die unser aller Mobilitätsverhalten beeinflussen.

 

Die Ergebnisse finden sich im Hygge-Modell wieder, das Thiemo Graf innerhalb von 3 Jahren entwickelt. Auf Basis von 3 Kernaufgaben der Radverkehrsförderung gibt es klare Handlungsempfehlungen an Fachleute und Entscheider aus Kommunen, Planungsbüros und Unternehmen, um das Fahrrad zu einem Rückgrat im Mobilitätsverhalten der Menschen zu machen. Die Maßnahmen gehen dabei weit über den Verkehrsbereich hinaus und beinhalten beispielsweise auch Empfehlungen zur Stadtgestaltung. Am 10. August 2016 ist das Hygge-Modell als Fachbuch in Ergänzung zur ERA 2010 (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen) sowie zur RaSt (Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen) erschienen. Das Handbuch: Radverkehr in der Kommune zeigt Handlungsfelder und Beispielmaßnahmen auf, um Mobilitätsverhalten von Bürgern (Kommunen) und Mitarbeitern (Unternehmen) sukzessive zu verändern.

 

Dem Hygge-Modell folgte 2015 auch die Ausgründung des Geschäftsbereichs Mobilität in das i.n.s. - Institut für innovative Städte, dessen Geschäftsführer Thiemo Graf heute ist. Das Unternehmen begleitet seine Kunden (Kommunen, Behörden und Unternehmen) in strategischen Fragestellungen, übernimmt die Planung, Steuerung und Durchführung von Projekten sowie die Qualifizierung von Mitarbeitern. Sechs feste und freie Teammitglieder und zwei Dienstfahrräder sind bei Kundenprojekten im ganzen deutschsprachigen Raum vor Ort im Einsatz. 

 

Hier finden Sie eine kleine Auswahl unserer Referenzen...

Hier erfahren Sie mehr über unser wachsendes Leistungsspektrum...

Ihre Ansprechpartner

Thiemo Graf

Geschäftsführer, Fachbuchautor

 

Kai Mönch

Projektbearbeitung

Mobilität und Stadtentwicklung

 

Inge Wende

Projektleitung

Kommunikation und Akteursbeteiligung

 

Hannah Thiemann

Projektbearbeitung

Mobilität

 

Laura Graf

Projektbearbeitung

Marketing und Grafik

 

Johan Kolms

Marketing und Grafik


Der Mensch im Mittelpunkt

Hygge ist das Wort, welches das dänische Lebensgefühl wohl am besten beschreibt. Eine warme Atmosphäre schaffen, mit netten Leuten an seiner Seite das Gute im Leben genießen, sich einfach rundherum wohl fühlen. Das ist hygge. Aus gutem Grund werden die Dänen auch als das glücklichste Volk der Welt beschrieben.

 

Gemeinsam mit Kommunen, Planern, Unternehmen und Universitäten arbeitet unser Team daran, dass auch Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz etwas hyggeliger werden. Sie mit innovativen Ansätzen und Konzepten für die Menschen greif- und erlebbar zu machen. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Mensch – Städte müssen dem Menschen dienen, nicht umgekehrt. Deshalb ist die Psychologie ein elementarer Bestandteil unserer Tätigkeit.

 

Aus diesem Denken heraus ist das von uns entwickelte Hygge-Modell entstanden, das Grundlage unserer Arbeit mit Kommunen sowie Stadt- und Verkehrsplanern ist. Es setzt auf Entschleunigung und gibt den Menschen Raum, sich ihre Stadt zu Fuß und auf dem Fahrrad zu erobern. Allen Menschen.